Hier finden sie ab 2014 einen Abriss der Vereinshistorie - Texte stammen meistens aus unserer Vereinschronik zum 50- Jährigen bestehens des Vereins.


  • Der Beginn und die Anfangsjahre - Teil 1
  • Fortsetzung - Teil 2
  • Fortsetzung - Teil 3
  • Fortsetzung - Teil 4
  • Fortsetzung - Teil 5
  • Fortsetzung - Teil 6


  • Rohbau des ersten Vereinsheim an der Ziegelstraße


    Aller Anfang:
    Die jungen Burschen, die sich im April 1948 (zwei Monate vor der Währungsreform) in der Gaststätte „Moosburger Hof" trafen und beschlossen, einen Verein zu gründen, kannten sich zum Teil aus der Schule oder von Wanderungen und Spaziergängen rund um Pfaffenhofen. Die gemeinsame Freude an der Natur vereinte sie. Ihr erster Gedanke war die Gründung eines Alpenvereins in Pfaffenhofen.
    In der AV-Zentrale in München machte man ihnen jedoch klar, dass es so weit von München entfernt (also im Flachland) nicht möglich sei, eine Alpenvereinssektion zu gründen. Nach dieser Abfuhr einigten sich die Ilmstädter, der Naturfreunde Organisation beizutreten und eine Ortsgruppe Pfaffenhofen ins Leben zu rufen, was am 20. April 1948 auch durch folgen Gründungsmitglieder geschah:
    Als erster Vorstand fungiert Andreas Strasser von 1948 – 1950. Vom Gründungslokal „Moosburger Hof“ zogen die Naturfreunde jedoch schon nach drei Monaten in die Gaststätte „Franzbräu“ um, deren Pächter damals die Familie Rauscher war.
    Im Jahre 1950 wurde Siegried Müller von den mittlerweile rund 30 Mitgliedern des jungen Vereins zum 1. Vorsitzenden gewählt.Im Jahre 1953 übernahm das Amt der Vorsitzenden Ferdinand Rettmann, der die Geschicke des Vereins bis 1958 leitete. In dieser Zeit wurden Fahrten mit den Fahrrädern oder mit der Bahn ins Gebirge und in die nähere Umgebung unternommen. 1954 fand der 1. Vereinsausflug statt; er führte- natürlich mit dem Fahrrad nach St. Kastl. Auch im Vereinslokal „Rauscher“ ging es oft recht lustig zu, was Fotos aus der damaligen Zeit beweisen. Im Nebenzimmer, dem „Tagungsort“ der Naturfreunde wurde aufgrund ständig steigender Mitgliederzahlen langsam der Platz zu knapp. Im Frühjahr 1956 sprach man zum ersten male vom Bau eines eigenen Vereinsheims, wobei Anderl Strasser den Platz an der Ziegelstraße vorschlug, der ihm schon lange ins Auge stach.

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    Teil 2:
    Der damalige Stadtrat Rettmann brachte dieses Anliegen bei der Stadt vor – erfolgreich. Die Naturfreunde durften mit folgender Auflage ein eigenes Vereinsheim bauen: Es darf nicht größer als 8 x 5 Meter sein und nicht umzäunt werden. Die Pacht setzten die Stadtväter auf 3,- DM jährlich fest. Zwar hatten die Naturfreunde damit die Baugenehmigung und das Grundstück in der Tasche, aber Geld war Mangelware. Man musste zwangsläufig improvisieren. Noch 1956 begannen die engagierten Mitglieder, auf dem Grundstück von Willi Ostermeier in der Hohenwarter Straße Betonhohlblocksteine in Holzformen selbst herzustellen. Alte Abbruchsteine wurden gesammelt und „abgepeckt“, damit wenigsten die Steine zum Mauern das schmale Budget nicht belasteten. Als Dachstuhl trug die „Naturfreunde-Baugesellschaft“ das Holz aus einer Baracke in der Thalerstraße ab und setze das Gebälk in der Ziegelstraße wieder zu einem ordentlichen Dachstuhl zusammen. Für Zement, Kalk, Fenster und Türen wurde die Vereinskasse restlos ausgeplündert. Als im Juli 1957 der Dachstuhl abgebunden wurde, feierte die Truppe ausgelassen Hebauf und war sichtlich stolz auf das vollbrachte Werk. Weihnachten 1957 konnten die Mitglieder im neuen Vereinsheim feiern

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    Teil 3:
    Das Heim bestand aus einem Raum, ausgestattet mit Tischen, Bänken und Stühlen. In einer Ecke sorgte ein kleiner Kohlenherd für gemütliche Wärme, in der anderen Ecke stand zusätzlich ein kleiner Gasofen auf dem sich die Naturfreunde die Würste zu Brotzeit warm machten. Auch ein kleiner Bierkeller war da; er konnte durch eine Falltür im Heim erreicht werden oder von der Rückseite des Gebäudes über eine Kellersiege. Es gab weder Strom noch Wasser. Als Lichtquelle hatte man eine Gasbeleuchtung installiert. Das Wasser wurde in Großen Milchkannen ins Heim geschafft. Erst zwei Jahre später erfolgt der Anschluss ans Wassernetz. Damals gab es einen Hüttendienst, der gleichzeitig als Wirt eingesetzt war.
    Der Verein fühlte sich recht wohl droben an der Ziegelstraße. Ringsherum lagen Felder und die letzten Häuser der Stadt standen noch weit drunten im Tal. 1959 übernahm Hans Riedmair als Vorsitzender das Kommando und behielt es bis 1964. Ihn löste 1964 Hans Meier, genannt „da Moare“, ab. Der Bau des Vereinsheims hatte so manchen Pfaffenhofener aufmerksam gemacht, dass sich da droben an der Ziegelstraße was rührte. Gemeinsam wurden Wanderungen und Fahrten unternommen. Die ganze Familie konnten mit Kund und Kegel Unterhaltung finden. Durch den großen Mitgliederzulauf wurden die Räumlichkeiten nach wenigen Jahren jedoch schon wieder zu klein. Deshalb wurde zwischen 1962 und 1963 das alte Heim in Richtung Westen erweitert. Man baute eine kleine Küche sowie ein Nebenzimmer an und unterkellerte das Gebäude. Das Dach verlängerten die Naturfreunde in Richtung Süden über die Küche, womit ein überdachter Eingang entstand. Am 3. und 4. August feierte der Verein die Einweihung. In dieser Form blieb das Vereinsheim bis Dezember 1985 bestehen.
    In diesen Jahren wurden die Bergsteiger und Wanderer zunehmend mobiler: Om Oktober 1962 zelebrierte Pfarrer Franz Xaver Kellermann aus Schönau/Berchtesgaden die erste Bergmesse auf dem Watzmann. Der Grund: Die Pfaffenhofener Naturfreunde hatten auf dem Watzmanngipfel ein Kreuz errichtet. Seit damals gibt es die traditionellen Bergmessen.
    Von 1966-1970 amtierte der Brunnhofer Hanns ( Meier ) als Obmann. Er war ein sehr geselliger Mann und hat so manche Veranstaltung ins Leben gerufen, mit seiner eigenen Musik umrahmt und andere, die nur halbherzig betrieben wurde, zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens gemacht. Als Beispiele seien nur Sonnwend- und Weihnachtsfeier genannt. Er gründete eine eigene Naturfreunde-Kindermusikgruppe, die nicht nur ihm viel Freude bereitete. Für die Weihnachtsfeier mussten sich die Verantwortlichen schon damals um einen größeren Saal schauen, da das heim dafür zu klein war. 1966 war die erste Stadtmeisterschaft im Riesentorlauf in Oberbuchberg/Tirol mi 30 teilnehmenden Startern. 1968 folgte die 1. Skigymnastik für Männer, auch diese Veranstaltung gibt es noch bis zum heutigen Tag.

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    Teil 4: - “Die Siebziger“
    1970 wurden die beiden ersten Wanderwege rund um Pfaffenhofen markiert. Der nächste Vorsitzende war Walter Friedmann. Er leitete die Geschicke von 1971-1976 als Obmann der Ortsgruppe Pfaffenhofen. Unter seiner Verantwortung wurde zum ersten Mal eine Kinder-Bergwanderung durchgeführt. 1971 und 1972 stellten erstmals die Naturfreunde Pfaffenhofen Einzelsieger im Riesentorlauf des Unterbezirks Flachland und feierten zusätzlich den Mannschaftstitel. 1972 verzeichnen die Listen bereits 127 Starter bei der Stadtmeisterschaft im Riesentorlauf. Als 1973 im Februar die erste Alpine Kreismeisterschaft in Scheffau gestartet wurde, waren die Naturfreunde Pfaffenhofen Ausrichter und errangen in der Mannschaftswertung den 2. Platz.
    1976 verzeichnet die Chronik der aktiven Ortsgruppe eine Premiere anderer Art – mit dem Gipfelsieg von Otto Spindler, der im Himalaja den 6455 m hohen „White Soil“ bestieg hielt das Auslandsbergsteigen Einzug in Pfaffenhofen.
    1977 fungierte kurze Zeit Anton Maier als Obmann, dem aber schon nach wenigen Monaten Jakob Stadlmaier folgte Der „Jak“ war ein phantastischer Skifahrer und konnte in seiner Karriere viele Stadt- und Vereinsmeisterschaften für sich entscheiden. Er bekleidete auch lange das Amt des Wintersportwarts. Durch seinen Einsatz gelang es so manchem Naturfreund, sich bei den verschiedensten Rennen als Sieger oder unter den Ersten feiern zu lassen.
    1977 absolvierte Wolfgang Spindler die Prüfung zum Skihochtourenführer. Damit verfügte der Verein über zwei geprüfte Lehrwarte für Klettern und Bergseigen, einen Skihochtourenführer und drei geprüfte Übungsleiter zu Durchführung der Skikurse, die seit 1972 abgehalten wurden.
    1978 starteten Pfaffenhofener Naturfreunde eine Andenexpedition und bestiegen zwei Sechs- und sieben Fünftausender. Im gleichen Jahr waren die Naturfreunde Pfaffenhofen Gastgeber für die Landeskonferenz der Organisation. Besonders stolz ist man auf die Kinder- und Jugendgruppe des Vereins. Ihnen bietet der Vereine ein reichhaltiges Angebot zur Freizeitgestaltung.

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    Teil 5 - Neubau in den Achtzigern:
    1979 wählten die Mitglieder Wolfgang Spindler als Obmann. Ihm „blieb“ dieses Amt bis 1987. Währen seiner Amtszeit stieg die Mitgliederzahl auf über 400, so dass die Ortsgruppe Pfaffenhofen zu den stärksten in Bayern zählt. Er wagte den Schritt der schon längst überfällig war: den Neubau des Vereinsheims. Das alte Heim platze aus allen Nähten, denn schon bei den regelmäßigen Monatsversammlungen war kaum mehr ein Platz zu haben. Seine Anträge, Anfrage, Gesuche und Genehmigungen füllen mehrere Ordner, ehe der erste Spatenstich am 26. Juli 1984 den Baubeginn markierte. Im selben Jahr konnte das Richtfest gefeiert werden.
    1984 und 1985 waren zwei der härtesten Jahre in der Vereinsgeschichte. Der Vorstand, der Bauzuschuss und die freiwilligen Helfer arbeiteten jede freie Stunde auf „unserer“ Baustelle. 12.000 Freiwillige Arbeitsstunden leisteten die Mitglieder, damit die finanzielle Planung nicht ins Wanken geriet. Im Dezember 1985 wurde das alte Heim abgerissen – die „altgedienten“ Mitglieder sahen wehmütig zu als eine Planierraupe das kleine Haus in wenigen Stunden dem Erdboden gleich machte. Mancher zweifelte im Stillen daran ob das größere Haus eine ebenso gemütliche Heimat werden würde. Eine Woche später wurde die erste Weihnachtsfeier im neuen Gemäuer ausgerichtet, ca. 200 Mitglieder lauschten dicht gedrängt der Weihnachtsansprache von Wolfgang Spindler.
    Im Sommer 1986, bei der offiziellen Einweihung, waren zahlreiche Ehrengäste – an ihrer Spitze der damalige Bayerische Landwirtschaftsminister Dr. Hans Eisenmann – anwesend. Stolz empfanden die Naturfreunde nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass das neue Heim auf eigenen Grund stand. Die Grundstückerwerbung war noch ein Werk der beiden Vorstände Walter Friedmann und Jakob Stadlmaier.
    1987 wurde Roland Zartner als Vorsitzender gewählt. 1988 feierte die Ortsgruppe bereits ihren 40. Geburtstag. Dazu hatten sich rund 400 Besucher zu einem Jubiläumsabend in der Festhalle an der Trabrennbahn eingefunden. Neben zahlreichen Grußworten und Auftritten von Unterhaltungsgruppen konnte 1. Vorsitzender sechs Gründungsmitglieder für ihre 40-jährige Vereinstreue auszeichnen: Walter Friedmann, Albert Hofer, Alfred Kastner, Siegfried Müller, Hans Riedmeier und Andreas Strasser.
    Im Wintersportprogramm 1989 gab es zwei größere Neuerungen: so wurde in diesem Winter erstmals ein Zwergerlskikurs angeboten. Aus Gründen des Umweltschutzes führte der Verein seit dieser Zeit keine Tiefschneekurs mehr durch, da die Hänge neben den Pisten in Westendorf aufgeforstet wurden.
    1989 war auch das Jahr, seit dem sich die Naturfreunde aktiv am Ferienprogramm der Stadt Pfaffenhofen beteiligen. Für über 140 Kinder wurde damals ein Ausflug zu Rodelbahn am Blomberg mit einem anschließenden Besuch im Wellenbad „Alpamare“ organisiert.Im Jahre 1990 wurde lange über die Bewirtschaftung des Vereinsheims diskutiert. Der Aufwand für die beteiligten Familien oder auch die Jugendgruppe war immens. Die Intervalle, in denen niemand das Heim bewirtschaften wollte, wurden immer größer. Nach langem Hin und Her entschied man sich schließlich, das Vereinsheim an Gerlinde Ebner zu Verpachten.

    Fortsetzung folgt…


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    Teil 6 - Jahrtausendwechsel:
    In der Jahreshauptversammlung 1991 wurde Otto Köpf zum 1. Vorsitzenden gewählt. Während seiner Amtszeit jährt sich 1992 die Errichtung des Gipfelkreuzes auf dem Watzmann zum 30. Mal. Nachdem die bisherig Wirtin den Pachtvertrag zum Ende des Jahres 1993 gekündigt hatte, wurde in Zusammenarbeit mit dem Brauhaus nach einem neuen Pächter gesucht. Seit Januar 1994 hat das Naturfreunde-Vereinsheim unter der Führung von Maria Weigl geöffnet.
    1995 konnten die Naturfreunde ein doppeltes Jubiläum feiern: Das zehnjährige Bestehen des „neuen“ Vereinsheim, sowie das 100jährige Gründungsfest der Naturfreunde Organisation. Aus diesem Grund wurden auf dem Vereinsgelände über 2000 Bäume, Büsche und Sträucher gepflanzt. Ebenfalls in diesem Jahr wurde das Gedenkkreuz mit einer Messe eingeweiht.
    Im März 1997 wurde Wolfgang Spindler erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt. In der 50 jährigen Geschichte ist er der erste Vorsitzende, der zum zweiten Mal die Geschicke des nunmehr über 400 Mitglieder zählenden Vereins leitet. Wie in seiner ersten Amtsperiode ist er wieder als Bauherr aktiv. Seit Mitte 1998 entsteht im ehemaligen Jugendraum und der Werkstatt ein schöner Raum für Veranstaltungen und Treffen der Mitglieder, die in der Wirtschaft nicht abgehalten werden können.
    Den Höhepunkt des Jahres 1998 stellen mit Sicherheit die Feierlichkeiten zum 50jährgen Gründungsjubiläum im Oktober dar. Neben einem bunten Festabend im Bortenschlager-Saal begeht der Verein dieses Ereignis mit einer Messe am Vereinsheim. Daran schließt sich ein Familiennachmittag mit Kinderspielen an.

    Fortsetzung folgt…


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